Vortrag KinderspeisungVortragsveranstaltung am Sonntag, 31.05.2015 um 15.00 Uhr im Landschaftsmuseum Westerwald

 Am Ende des Ersten Weltkriegs mussten die deutschen Truppen den Rückzug aus Frankreich, Luxemburg und Belgien antreten. Laut den Bedingungen der alliierten Streitkräfte hatten sich die deutschen Soldaten 50 Kilometer weit auf die rechte Rheinseite zurückzuziehen. Die deutschen Territorien links des Rheins wurden von Alliierten besetzt. Bei Köln, Koblenz und Mainz überschritten die Alliierten den Rhein und errichteten im Umkreis von 30 Kilometern sogenannte „Brückenköpfe“ auf der rechten Rheinseite.

Kaum hatten sich die letzten deutschen Soldaten auch aus den Westerwald-Dörfern zurückgezogen, marschierten fast in Sichtweite am 13. Dezember 1918 die Soldaten der 3. US-Armee hier ein. Insgesamt waren bis zu 16.000 Mann in 63 Westerwälder Ortsgemeinden stationiert. Quasi „über Nacht“ begegneten sich die Menschen der „alten“ und der „neuen“ Welt hautnah in den Häusern, als wenn die seit Jahren währende wirtschaftliche und materielle Not nicht schon bedrückend genug für die Landbewohner gewesen wären.

Wie gehen die Menschen, die bis dahin „Feinde“ gewesen waren, mit dieser prekären Situation um? Wie gestaltete sich der Alltag in den besetzten Dörfern? Viele Kinder auch im Westerwald litten an Unterernährung. Mit amerikanischen Spendengeldern konnten in manchen Orten Suppenküchen eingerichtet werden, die die Kinder täglich mit warmen Mahlzeiten versorgten. Wie ging es den Menschen gerade an den Außenbezirken der Grenzlinie, die fast bis an Hachenburg heranreichte?

Diesen und anderen Fragen des plötzlichen „interkulturellen“ Nebeneinander geht Museumsleiter Dr. Manfrid Ehrenwerth in seinem Vortrag nach. An zahlreichen unbekannten Fotos und anderen Quellen, die im Landschaftsmuseum archiviert sind, zeichnet der Museumsleiter ein anschauliches Bild der damaligen Besatzungszeit.

Der Vortrag in der Ausstellungshalle Hofgartenhaus beginnt um 15.00 Uhr.
Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.